Nachdem sich Hermann Jägle durch seine Heirat in Feldrennach seßhaft machte, fand er einige Musikfreunde welche die Idee hatten einen Musikverein zu gründen. Nach einem Plakatanschlag bei Karl Genthner mit dem Aufruf zur Gründung eines Musikvereins wurde am 6. Januar 1925 im Gasthaus "Lamm" eine Gründungsversammlung abgehalten. Die anwesenden Gründungsmitglieder Hermann Jägle, Christian Schönthaler, Robert Schönthaler, Karl Kern, Karl Feig, Hermann Hörter, Albert Schönthaler, Friedrich Schönthaler, Robert Schönthaler, Eugen Dengler, Friedrich Mauer II, Albert Wacker, Wilhelm Reiser, Karl Genthner, Eugen Gossenberger, Wilhelm Bürkle, Wilhelm Schönthaler, Otto Schönthaler II und Hermann Fauth wählten Hermann Jägle zum 1. Vorsitzenden. Karl Feig stellte sich als Dirigent zur Verfügung und musste den ungeschulten Musikfreunden zunächst die Grundbegriffe der Musik beibringen. Als Vereinslokal wählte man das Gasthaus zum "Hirsch". Ein besonders schwieriges Problem war die Beschaffung der notwendigen Instrumente. Es waren noch keine Mittel da, auf die man hätte zurückgreifen können. Insgesamt mussten 18 Musikinstrumente angeschafft werden. Jeder Musiker musste eine Anzahlung leisten und sein Instrument abverdienen. Das verlangte für die damalige Notzeit viel Idealismus. Die Musikproben wurden regelmäßig mit dem nötigen Eifer besucht. Nach kurzer Anlaufzeit übernahm als ständiger Dirigent Herr Ernst Becht die musikalische Leitung des Vereins. Mit diesem tüchtigen Dirigenten waren für den neu gegründeten Verein die Voraussetzungen einer erfolgreichen Entwicklung der Kapelle gegeben. Trotz der damaligen Ungunst der Zeit entfaltete der Verein eine rege Tätigkeit, so dass am 13. Juni 1926 die Lyra-Weihe unter Mitwirkung befreundeter Vereine in feierlicher Form in der hiesigen Kirche durchgeführt werden konnte. Der Musikverein Langenalb übernahm dabei die Patenschaft. Die musikalischen Leistungen der Kapelle verbesserten sich so, dass sie beim großen Preisspielen in Altensteig im Jahre 1927 für gute Wiedergabe ihres Wertungsstückes einen 1b Preis erhielt. Dank der hervorragenden Leistungen beim Musikfest in Busenbach am 18. Mai 1930 konnte bei diesem Preisspielen die zweit höchste Punktzahl erreicht werden. Im Jahre 1937 entstand aus dem Musikverein "Harmonie" die Feuerwehrkapelle. Diese Umwandlung war für die Weiterentwicklung des Vereins nicht gerade günstig.

Dann kam der unselige 2. Weltkrieg mit all seinen Grauen und Schrecken. Zahlreiche Musiker mussten zum Heeresdienst, so dass die Kapelle zwangsläufig in Ruhestellung war. Leider hat dieser Krieg große Opfer unter den Musikkameraden gefordert. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Als die verheerenden Folgen des 2. Weltkrieges, von denen insbesondere unser Heimatort Feldrennach schwer betroffen war, einigermaßen beseitigt und überwunden waren und die französische Militärregierung die Gründung von Vereinen wieder zuließ, regten sich die musikalischen Interessen wieder. So kam durch die Initiative von Hermann Fauth am 8. Januar 1949 eine Neugründung des Musikvereins "Harmonie" zustande. Der größte Teil der Instrumente, sowie sämtliche Unterlagen waren durch die Kriegsgeschehnisse vernichtet, so dass man fast von vorne beginnen musste.

Das 25-jährige Jubiläum stand vor der Tür und man bemühte sich, diese Festlichkeiten im gebührenden Rahmen durchzuführen. Unter dem Vorsitz von Friedrich Schönthaler wurde dieses Jubiläum und die anfallenden Vorbereitungen mit Erfolg durchgeführt. Jedoch trübte sich bald darauf der Glanz der aufstrebenden Kapelle durch den Austritt zahlreicher Musiker bis an die Grenze des Minimalen. Beim 30 jährige Stiftungsfest des Musikvereins Busenbach wurde am Festzug zwar mitmarschiert, jedoch nicht mitgespielt, weil die Kapelle zu schwach besetzt war. Am Konzertspielen konnte Dank der Aushilfe einiger Musiker aus Langenalb und Pfaffenrot teilgenommen werden.

Ende 1951 wurde eine umfangreiche Musikerwerbung durchgeführt, wobei sich auch etliche jugendliche Interessenten meldeten. Zehn junge Musiker konnten nachgezogen werden. Doch trotz aller Bemühungen war es im Laufe der nächsten Jahre nicht möglich, die Kapelle entscheidend zu verstärken. Bei größeren Veranstaltungen waren meistens Aushilfsmusiker notwendig. Das Interesse der passiven Mitglieder war nicht sehr groß. Die auf den 30. Januar 1954 angesetzte Generalversammlung konnte wegen mangelnder Beteiligung der Mitglieder nicht abgehalten werden. Die Verwaltung und die Aktiven ließen sich nicht unterkriegen. Mit der Wahl von Gerhard Riegsinger als 1. Vorsitzender sowie mit der Verpflichtung von Heinz Habig als Dirigent wurde eine neue ära eingeleitet. Einige der früheren Aktiven erklärten sich bereit wieder mitzuwirken. Es konnten auch einige junge Musiker nachgezogen werden. Dies reichte jedoch nicht aus, die durch verschiedene Abgänge entstandenen Lücken zu schließen. Dank der Bemühungen aller wurde trotz der geringen Anzahl der Musiker ein guter musikalischer Stand erreicht, was besonders der Verdienst des Dirigenten Heinz Habig war. Erfolgreich durchgeführte Konzerte und Jahresfeste trugen nicht nur zur Leistungsbesserung sondern auch zur Verbesserung der finanziellen Lage bei.